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Eigene Worte finden – Sprache ist ein Schatz, den wir zu verlieren drohen

Sprache als Ausdruck innerer Erfahrung – offenes Buch mit fliegenden Buchstaben


Über das, was verloren geht, wenn wir aufhören, unsere eigenen Worte zu finden

 

Es beginnt oft ganz still. Mit einem Innehalten, das keine Worte hat.

Mit dem Gefühl, dass etwas gesagt werden möchte –und gleichzeitig spürst du, wie die Worte fehlen.

Nicht weil du nichts zu sagen hättest. Sondern weil das, was in dir ist, noch keine Sprache gefunden hat.

 

In der Art, wie wir sprechen, zeigt sich mehr, als wir oft ahnen.


Sprache ist nicht nur Kommunikation. Sie ist das, womit wir unserem inneren Erleben Form geben.

Wenn du nach dem richtigen Wort suchst –für ein Gefühl, für eine Situation, für das, was dich bewegt –dann ist das Suchen selbst schon etwas.

Es ist ein lebendiger Prozess.

Ein Prozess, der dir zeigt, dass du nah dran bist. An dir.


Kinder im Dialog – wie Sprache aus Erleben und Beziehung entsteht

 

Kinder begreifen die Welt – im wörtlichsten Sinne. Sie tasten, sie berühren, sie erfahren.

Und erst aus dieser Erfahrung heraus entsteht Sprache. Nicht umgekehrt.

Begreifen kommt vom Greifen. Verstehen wurzelt im Erleben.

Das vergessen wir oft.

Wir sprechen viel. Wir formulieren, erklären, ordnen ein. Und manchmal klingt das alles sehr richtig –und fühlt sich trotzdem leer an.

 

Wenn wir aufhören, nach unseren eigenen Worten zu suchen, verlieren wir mehr als Sprache.


Gerade jetzt verändert sich etwas.

Fertige Formulierungen sind nur einen Klick entfernt. Texte entstehen in Sekunden, klingen reibungslos und professionell.

Das ist bequem.

Und gleichzeitig passiert etwas Leises: Der Moment des Ringens verschwindet.

Dabei ist genau dieses Ringen kein Verlust. Es ist das Eigentliche.

Denn in ihm begegnen wir uns selbst.

 

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder:

Menschen sprechen. Und gleichzeitig zeigt sich etwas anderes.

In der Wortwahl. In dem, was umgangen wird. In der Art, wie ein Satz beginnt – und wo er endet.

Sprache verrät mehr, als wir meinen. Nicht, weil wir lügen.

Sondern weil sie immer beides trägt: das, was wir sagen möchten –und das, was noch keinen Ausdruck gefunden hat.

Genau dort beginnt für mich echte Arbeit.

Nicht beim Erklären. Beim Hinspüren. Beim langsamen Näherkommen zu dem, was wirklich ist.

 

Vielleicht fehlen dir gerade nicht die Antworten.

Vielleicht fehlen dir einfach die eigenen Worte.


 
 
 

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