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Wir kümmern uns so selbstverständlich um unser Äußeres – und so wenig um unser Inneres

Frau blickt in einen Spiegel als Symbol für Körper und Seele

Jeden Morgen schauen wir in den Spiegel.

Wir bemerken die Haare, die nicht sitzen.

Die müden Augen nach einer kurzen Nacht.

Den Fleck auf dem Pullover.

Wir waschen uns.

Kämmen die Haare.

Putzen die Zähne.


Für unseren Körper tun wir das selbstverständlich.

Kaum jemand würde sagen:

„Um meine Zähne kümmere ich mich erst, wenn sie richtig weh tun.“

Oder:

„Ich achte erst auf meine Haut, wenn sie bereits Schaden genommen hat.“

Wir pflegen unseren Körper.

Nicht nur dann, wenn etwas nicht stimmt, sondern auch zwischendurch.


Unser Inneres zeigt sich nicht im Spiegel


Ein Blick in den Spiegel genügt oft, um zu sehen, was gerade Beachtung braucht.

Beim Inneren scheint es oft anders zu sein.

Wir gewöhnen uns an Anspannung.

An eine Unruhe, die immer wieder auftaucht.

An Enttäuschungen, die keinen Platz finden.

An Gedanken, die unaufhörlich kreisen.

Wir leben mit ihnen.

Tag für Tag.

Manchmal so lange, bis etwas nicht mehr überhört werden kann.

Der Schlaf wird schlechter.

Die Geduld kürzer.

Der Körper meldet sich.

Eine Beziehung gerät ins Stocken.


Viele Menschen kommen erst dann ins Nachdenken.

Wenn die Signale lauter geworden sind.

Wenn die Erschöpfung nicht mehr verschwindet.

Wenn Konflikte sich wiederholen.

Wenn sie spüren, dass sie sich selbst irgendwo auf dem Weg verloren haben.

 

Genau darin liegt der Unterschied zwischen äußerer und innerer Pflege.

Unser Äußeres sehen wir jeden Tag.

Unser Inneres zeigt sich nicht im Spiegel.

Es zeigt sich in Stimmungen.

In Reaktionen.

In Konflikten.

In dem, was uns Kraft gibt.

Und in dem, was uns Kraft nimmt.

Es zeigt sich in den kleinen Momenten des Alltags.

In dem genervten Tonfall, den wir selbst nicht mögen.

In der Freude, die plötzlich auftaucht.

In der Sehnsucht nach mehr Ruhe.

Oder auch in dem Wunsch, endlich wieder mehr wir selbst zu sein.


Unser Inneres braucht keine großen Programme.

Keine ständige Optimierung.

Es braucht vor allem Aufmerksamkeit.

Einen kurzen Moment des Innehaltens.


Nicht, um Fehler zu finden.

Nicht, um etwas zu verbessern.

Sondern um wahrzunehmen, was sich zeigt.

Auch unser Inneres sendet Signale. Wir können lernen, sie wahrzunehmen, und unsere Seele zu pflegen.

Unsere Bedürfnisse.

Unsere Grenzen.

Unsere Wünsche.

Das, was uns lebendig macht.


Frau steht in der Natur verbunden mit Körper und Seele

Fürsorge für Körper und Seele


Fürsorge für Körper und Seele bedeutet, auch das wahrzunehmen, was sich nicht im Spiegel zeigt.

Es ist die Bereitschaft, sich selbst im Ganzen zu begegnen.

Auch dort, wo niemand gerne hinschaut.

Viele Krisen würden dadurch nicht kleiner werden.

Aber früher sichtbar.

So wie wir morgens einen Blick in den Spiegel werfen, könnten wir uns manchmal auch nach innen wenden.

Körper und Seele betrachten.

Nicht, um etwas zu verbessern.

Sondern um in Verbindung zu bleiben.

Mit uns selbst.

Und mit dem Leben, das in uns gelebt werden möchte.

 

Wir leben nicht nur mit einer äußeren Hülle.

Wir leben auch mit einer inneren Welt.

Mit allem, was uns bewegt.

Mit allem, was uns prägt.

Mit allem, was uns lebendig macht.


Wir sind unser Körper und unsere Seele.

Beide verdienen Aufmerksamkeit.

 

 
 
 

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